Veröffentlicht in Reisen

An Alster und Elbe

Nach einer etwas kürzeren Etappe sind wir in Hamburg angekommen. Es empfingen uns hochsommerliche schwüle Hitze, ein Zahnarzt (unser Ferienwohnungsvermieter), der vor kurzem in Südtirol war, und eine nette kleine Wohnung mit nicht ganz ebenem Boden.

Hamburg wird dominiert vom Wasser und gleich nach unserer Ankunft spazieren wir an der Binnenalster entlang. Die sommerlichen Temperaturen locken Einheimische und Touristen ans Wasser und der Abend klingt bei vielen mit einem Eis oder einem kühlen Sommergetränk aus.
Beim Sightseeing zieht es uns als erstes zum „Michel“, d.h. zur St. Michaeliskirche. Der Aufstieg auf den Turm ist eine äußerst schweißtreibende Angelegenheit, das Panorama entlohnt dann jedoch für die Mühen.
Was man in Hamburg unbedingt gesehen haben muss, ist die Reeperbahn. Dort empfängt uns ein gelbes Schild mit dem Hinweis, dass Waffen jeglicher Art verboten sind. Etwas mulmig wird mir dann, als ein Punker an uns vorbeigeht und irgendwas von „da muss man sich dran halten“ murmelt. Die Reeperbahn war ursprünglich eine Straße, in der Taue geknüpft wurden. Durch die Nähe zum Hafen etablierte sie sich nach und nach als verruchte, berühmt-berüchtigte Vergnügungsmeile. Sexshops, Peepshows, Kneipen und Bordelle reihen sich aneinander, Punker und Penner sitzen mit ihren Hunden auf dem Gehweg und trinken Bier, überall liegen Kippen, Scherben und sonstige Überbleibsel aus der vorigen Nacht. Wahrscheinlich sollte man hier besser abends entlangspazieren, wenn alles voller ausgehwütiger Feiernder ist – da sieht man den Müll und das teilweise heruntergekommene Aussehen der Gebäude und einiger Personen nicht mehr so sehr. Endlich erreichen wir unser Hauptziel hier: den Beatlesplatz. Schnell ein Foto mit den Fab 4 geschossen, dann nichts wie ab in die S-Bahn und zurück in den saubereren Teil der Stadt.
Abends fahren wir noch zu den Landungsbrücken, wollen im Hard Rock Café einen Burger essen und das obligatorische T-Shirt zur Erinnerung kaufen. Aus dem Burger wird nix – eine Wartezeit von einer guten Stunde ist er dann doch nicht wert -, aus dem T-Shirt hingegen schon was.

Bei der derzeitigen Hitze braucht man dringend etwas Abkühlung: Die gibt’s im Elbtunnel. Dieser führt unter der Elbe hindurch ins Hafen- und Industriegebiet. Wochentags dürfen auch Autos und Motorräder durch den Tunnel, am Wochenende ist er nur für Fußgänger und nicht motorisierte Fahrzeuge offen. Mit dem Aufzug geht’s abwärts in den Tunnelschacht. Unten angekommen empfängt uns angenehm kühle, etwas feuchte Luft. Hier könnte man es auch länger aushalten angesichts der schwülen 30 Grad draußen! Zu Fuß durchqueren wir den Tunnel – nach einem halben Kilometer bringt uns ein Aufzug wieder nach oben. Von der Elbinsel aus hat man einen tollen Blick auf die Landungsbrücken und den Teil der Stadt, den wir an den Vortagen erkundet haben. Gegen Mittag machen wir einen Abstecher auf die Mönckebergstraße, DIE Shoppingmeile Hamburgs. Die Ähnlichkeit mit anderen Einkaufsstraßen wie der Wiener Mariahilferstraße ist dabei nicht zu übersehen.

Ganz gemütlich geht’s weiter: In Hagenbecks Tierpark schauen wir den Tieren beim Fressen und Faulenzen zu. Dann wird die unerträgliche Hitze von einem Gewitter abgeschwächt: Da wir uns gerade in der Nähe befinden, suchen wir im Orang Utan-Haus Zuflucht. Zwischen Affen, Ottern und anderen Besuchern warten wir das Ende des Wolkenbruches ab, der uns vorübergehend von den heißen Temperaturen erlöst; die Schwüle bleibt uns jedoch erhalten. Nachher spazieren wir noch durch Eppendorf und Harvestehude, zwei der besten Viertel Hamburgs. An der Außenalster genehmigen wir uns zum Abschluss des Tages ein kühles Getränk – an einem Bootssteg sitzend und mit Gardasee-Feeling.

Der Höhepunkt unserer Reise steht an: der „König der Löwen“. Am bisher heißesten Tag des Jahres in Hamburg machen wir uns zu Mittag auf den Weg zum Hafen und nach einer kurzen Überfahrt mit dem Shuttleboot sind wir am Theater angekommen. Drinnen ist es stickig und heiß – was gäben wir für eine Klimaanlage und ein kühles Getränk! Dann beginnt die Aufführung und die Hitze ist vergessen. Aufwändig gestaltete Kostüme und Perücken, mitreißende Musik und Tänze entführen uns nach Afrika, zu Simba und seinen Freunden, lassen uns mit ihm bangen und auch lachen. Hakuna matata und alles wird gut – ein würdiger Abschluss unseres Aufenthaltes in der Hansestadt!

Gestern sind wir von Hamburg wieder in Richtung Süden gefahren und zwar über Eisenach nach Weimar. In Eisenach haben wir die Wartburg besichtigt, was sehr interessant war. Heute vormittag waren wir im KZ Buchenwald, am Nachmittag im Goethehaus und im Stadtzentrum Weimars. Jetzt reicht’s für heute 🙂

Da ich hier nur am PC der Pension in Weimar sitze, folgen Fotos und weitere Reiseberichte, sobald ich wieder etwas länger Zugang zu PC und Internet habe bzw. dann daheim. 🙂 Morgen fahren wir weiter nach Dresden, worauf ich mich schon sehr freue. Den Turm der Frauenkirche werden wir aber erst übermorgen erklimmen, unsere Füße brauchen erstmal eine Pause! Nach Dresden kommt noch Nürnberg und dann ein Abstecher nach Salzburg. Die einzige Besichtigung in Salzburg wird aber das neue Haus einer Freundin sein – nix Kulturelles und nix Geschichtliches. 😉

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