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Buchtipp: 30 Tage und ein ganzes Leben

Clementine ist eine erfolgreiche Malerin und weiß, dass sie in 30 Tagen sterben wird. Und sie will, dass bis dahin alles geregelt ist.

Sie löst ihren Hausstand auf, schreibt ihr Testament, sucht einen Sarg und eine Stelle für ihr Grab aus und findet neue Besitzer für ihren Kater. Sie feiert auch eine Abschiedsparty mit ihren engsten Freunden und spricht sich mit ihrem Exmann aus. Außerdem besorgt sie sich ein starkes Betäubungsmittel, mit dem alles zu Ende gehen soll. Denn Clementine ist krank. Sie leidet seit Jahrzehnten an manischen Phasen und „schwarzen Tagen“, wie sie sie nennt. Die Medikamente machen sie dröge und empfindungslos und sie hat keine Kraft mehr, sich all dem zu stellen. Also entsorgt Clementine die vielen verschiedenen Tabletten im Klo und organisiert die letzten 30 Tage ihres Lebens. Es scheint auch wirklich alles perfekt geplant zu sein, würde sie sich nicht auf die Suche nach ihrem Vater machen. Und ergäben sich daraus nicht einige Komplikationen…

„30 Tage und ein ganzes Leben“ könnte vom Titel eigentlich auf eine Liebesgeschichte voller Hollywood-Schnulzen-Kitsch schließen lassen. Das Titelbild jedoch nicht: eine Frau steht auf einem Felsvorsprung mit den Schuhen in der Hand, als wollte sie springen.

Ashley Ream spricht in ihrem ersten Roman Themen an, die häufig noch tabuisiert werden und doch so präsent sind in der Gesellschaft: Suizid, psychische Krankheiten wie bipolare Störung und was diese mit den Menschen machen, die daran leiden.

Der Roman ist aus der Perspektive der Ich-Erzählerin geschrieben und schon der erste Satz „Ich warf die Teekanne aus dem Fenster“ zieht den Leser in die Geschichte hinein. Ream erzählt anschaulich von Clementines Alltag, Gefühls- und Gedankenwelt, deren Sprache eine gewisse Scharfzüngigkeit und auch eine gute Portion Humor und Witz enthält. Ein empfehlenswertes Buch, das ein ernstes Thema auf unterhaltsame, aber nicht oberflächliche Art nahebringt.

Bildquelle: Onleihe

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